14.5. Risikoprofil

Das Risikoprofil von UNIQA ist sehr stark von den Lebens- und Krankenversicherungsbeständen der UNIQA Österreich Versicherungen AG beeinflusst. Durch diesen Umstand nimmt das Marktrisiko im Risikoprofil die zentrale Rolle ein. Die Konzerngesellschaften in Zentraleuropa betreiben das Versicherungsgeschäft im Schaden- und Unfallbereich sowie im Lebens- und Krankenversicherungsbereich. In der CEE-Region überwiegt das Versicherungsgeschäft im Schaden- und Unfallbereich.

Dieser Umstand ist insofern von Bedeutung, als damit ein hohes Diversifikationselement zu dem von den österreichischen Gesellschaften dominierten Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft geschaffen wird. Die risikospezifischen Besonderheiten der Regionen manifestieren sich auch in den durch den internen Bewertungsansatz ermittelten Risikoprofilen.

Markt- und Kreditrisiken

Die Ausprägung der Markt- und Kreditrisiken ist von der Struktur der Kapitalveranlagung und deren Verteilung in verschiedene Veranlagungsklassen abhängig. In der nachfolgenden Tabelle werden die Kapitalanlagen, nach Veranlagungsklassen aufgegliedert, dargestellt.

Zusammensetzung der Kapitalanlagen

Angaben in Tausend Euro

31.12.2025

31.12.2024

Verzinsliche Wertpapiere

13.503.578

13.480.828

Immobilienvermögen

2.374.295

2.382.317

Rentenfonds

1.846.140

1.824.492

Beteiligungen und sonstige Anteile

1.149.229

1.105.420

Aktien und Aktienfonds

1.791.203

1.447.745

Termingelder

374.501

404.415

Übrige Kapitalanlagen

24.640

80.299

Summe

21.063.587

20.725.515

Markt- und Kreditrisiken haben jedoch nicht nur einen Einfluss auf den Wert der Kapitalanlagen, sondern beeinflussen auch die Höhe der versicherungstechnischen Verbindlichkeiten. Es besteht somit insbesondere in der Lebensversicherung eine Abhängigkeit zwischen der (Kurs-)Entwicklung der Vermögenswerte und den Verbindlichkeiten aus den Versicherungsverträgen. Die Ertragserwartungen und Risiken der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Versicherungsverträgen werden im Rahmen des ALM-Prozesses gemanagt. Ziel ist es, mit möglichst hoher Sicherheit und ausgewogenem Risiko ausreichend Liquidität zu gewährleisten, um jenen Kapitalertrag zu erwirtschaften, der nachhaltig höher ist als die garantierten Leistungen der versicherungstechnischen Verbindlichkeiten. Dabei werden Vermögenswerte und Schulden in unterschiedlichen Abrechnungskreisen geführt.

Die folgenden beiden Tabellen zeigen die wichtigsten Abrechnungskreise, die sich aus den verschiedenen Produktkategorien ergeben.

Vermögenswerte

Angaben in Tausend Euro

31.12.2025

31.12.2024

Langfristige Lebensversicherungsverträge mit Garantieverzinsung und Gewinnbeteiligung

9.672.709

10.266.088

Langfristige Verträge der fonds- und der indexgebundenen Lebensversicherung

4.538.369

4.354.843

Langfristige Krankenversicherungsverträge

5.522.800

5.383.823

Kurzfristige Verträge der Schaden- und Unfallversicherung

6.813.253

6.005.756

Summe

26.547.131

26.010.509

Diese Werte beziehen sich auf folgende Positionen:

  • Eigengenutzte Grundstücke und Bauten

  • Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

  • Nach der Equity-Methode bilanzierte Kapitalanlagen

  • Sonstige Kapitalanlagen

  • Kapitalanlagen der fonds- und der indexgebundenen Lebensversicherung

  • Zahlungsmittel

Nettoverbindlichkeiten aus Versicherungs- und Rückversicherungs­verträgen

Angaben in Tausend Euro

31.12.2025

31.12.2024

Langfristige Lebensversicherungsverträge mit Garantieverzinsung und Gewinnbeteiligung

9.364.613

9.640.489

Langfristige Verträge der fonds- und der indexgebundenen Lebensversicherung

4.178.303

3.927.167

Langfristige Krankenversicherungsverträge

4.290.537

3.933.883

Kurzfristige Verträge der Schaden- und Unfallversicherung

4.450.231

4.039.677

Summe

22.283.684

21.541.217

Diese Werte beziehen sich auf folgende Positionen:

  • Verbindlichkeiten aus Versicherungsverträgen

  • Vermögenswerte aus Versicherungsverträgen

  • Verbindlichkeiten aus Rückversicherungsverträgen

  • Vermögenswerte aus Rückversicherungsverträgen

Des Weiteren werden die Nettoverbindlichkeiten aus Versicherungs- und Rückversicherungsverträgen in den nachfolgenden beiden Tabellen nach Regionen sowie für die Schaden- und Unfallversicherung auch nach Sparten unterteilt dargestellt.

Nettoverbindlichkeiten aus Versicherungs- und Rückversicherungs­verträgen (nach Regionen)

Angaben in Tausend Euro

31.12.2025

31.12.2024

Österreich (AT)

18.408.358

18.093.036

Zentraleuropa (CE)

3.162.184

2.900.492

Osteuropa (EE)

161.317

142.574

Südosteuropa (SEE)

638.190

656.020

Westeuropa (WE)

–86.365

–250.906

Summe

22.283.684

21.541.217

Nettoverbindlichkeiten aus Versicherungs- und Rückversicherungs­verträgen der Schaden- und Unfallversicherung (nach Sparten)

Angaben in Tausend Euro

31.12.2025

31.12.2024

Eigentumsversicherungen (Feuer- und Haushaltsversicherung)

733.665

596.739

Haftpflichtversicherung

831.018

872.510

Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung

1.631.295

1.444.771

Sonstige Kraftfahrzeug­versicherungen

334.902

318.089

Kreditversicherung

35.290

37.224

Rechtsschutzversicherung

153.333

149.397

Technikversicherung

107.403

88.107

Transportversicherung

45.814

69.806

Unfallversicherung

504.698

375.831

Sonstige Versicherungen

72.812

87.203

Summe

4.450.231

4.039.677

Das Markt- und Kreditrisiko wird in Zins-, Credit-Spread-, Aktien-, Währungs- und Marktkonzentrationsrisiko unterteilt.

Das Zinsrisiko besteht für alle aktiv- und passivseitigen Bilanzposten, deren Wert in Abhängigkeit von Änderungen der risikofreien Zinskurven oder deren Volatilität schwankt. Aufgrund des hohen Anteils an zinstragenden Wertpapieren in der Veranlagung ist das Zinsrisiko ein wesentlicher Bestandteil des Marktrisikos. Das Zinsrisiko wird im Rahmen der ALM-basierten Veranlagungsstrategie aktiv gemanagt.

Die folgende Tabelle zeigt die Struktur der Restlaufzeiten der verzinslichen Wertpapiere.

Veranlagungsvolumen nach Laufzeiten

Angaben in Tausend Euro

31.12.2025

31.12.2024

Bis zu 1 Jahr

645.896

824.118

Mehr als 1 Jahr bis zu 3 Jahren

1.738.690

1.576.842

Mehr als 3 Jahre bis zu 5 Jahren

1.804.610

1.834.590

Mehr als 5 Jahre bis zu 7 Jahren

1.496.613

1.353.903

Mehr als 7 Jahre bis zu 10 Jahren

2.343.827

2.153.269

Mehr als 10 Jahre bis zu 15 Jahren

1.679.572

1.583.269

Mehr als 15 Jahre

3.794.370

4.154.838

Summe

13.503.578

13.480.828

Da das Zinsrisiko in der Lebensversicherung aufgrund der langfristigen Verbindlichkeiten besonders relevant ist, wird im Folgenden der Fokus auf diesen Geschäftsbereich gelegt.

Die bei einer Zinsveränderung entstehende Differenz zwischen der Veränderung der Vermögenswerte und jener der versicherungstechnischen Rückstellungen wird als Steuerungsbasis für das Zinsrisiko bzw. den Duration Gap verwendet. Im Rahmen des jährlichen ALM-Prozesses wird festgelegt, welche Budgets auf Ebene der operativen Gesellschaften für das Zinsrisiko aus strategischen Gründen akzeptiert werden.

Der Rechnungszins, der bei der Zeichnung von Neugeschäften der Kalkulation zugrunde gelegt werden darf, berücksichtigt in den meisten Gesellschaften von UNIQA eine Höchstzinssatzverordnung der jeweiligen lokalen Aufsichtsbehörde. In all jenen Ländern, in denen dies nicht der Fall ist, werden durch die verantwortlichen Aktuare entsprechend vorsichtige und marktgerechte Annahmen getroffen. Für den Kernmarkt Österreich beträgt der zulässige Höchstzins seit 1. Juli 2022 0,0 Prozent pro Jahr. Im Bestand befinden sich jedoch auch ältere Verträge mit Rechnungszinssätzen. In den relevanten Märkten betragen diese bis zu 4,0 Prozent pro Jahr. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die durchschnittlichen Rechnungszinssätze nach Region und Währung.

Durchschnitt techn. Zinsen, traditionelles Geschäft nach Region und Währung

Angaben in Prozent

EUR

USD

Lokale
Währung

Österreich (AT)

1,80

 

 

Zentraleuropa (CE)

2,60

 

3,0

Osteuropa (EE)

3,10

3,00

3,8

Südosteuropa (SEE)

2,60

3,20

2,3

Da diese Zinssätze vom Versicherungsunternehmen garantiert werden, besteht das finanzielle Risiko darin, dass diese Renditen nicht erwirtschaftet werden können. Da in der klassischen Lebensversicherung überwiegend in zinstragende Titel investiert wird, stellt die Unvorhersehbarkeit der langfristigen Zinsentwicklung das bedeutendste finanzielle Risiko eines Lebensversicherungsunternehmens dar. Das Anlage- und Wiederanlagerisiko besteht darin, dass Prämien, die in der Zukunft eingehen, zu einem bei Abschluss garantierten Zinssatz angelegt werden müssen. Es ist aber durchaus möglich, dass zur Zeit des Prämieneingangs keine entsprechenden Titel erhältlich sind. Ebenso müssen künftige Erträge zumindest zum Rechnungszins wiederveranlagt werden. Aus diesem Grund hat sich UNIQA in den wichtigsten Märkten bereits dazu entschieden, Produkte anzubieten, die keinen oder nur noch einen geringen Rechnungszins beinhalten. Ein Beispiel dafür ist in Österreich der Verkauf von aufgeschobenen Rentenprodukten mit einem Rechnungszins von 0 Prozent.

In der Lebensversicherung werden seit 2015 klassische Lebensversicherungsprodukte mit einem Rechnungszins von 0,0 Prozent verkauft. Der durchschnittliche Rechnungszins per 31. Dezember 2025 ist für den klassischen Lebensversicherungsbestand 1,7 Prozent.

In der Krankenversicherung nach Art der Lebensversicherung werden seit 1. Juli 2021 nur mehr Tarife mit einem Rechnungszins von 0,5 Prozent verkauft. Gemeinsam mit Maßnahmen zur Rechnungszinssenkung im Bestand wurde per 31. Dezember 2025 ein durchschnittlicher Rechnungszins von ca. 2,4 Prozent erreicht. Eine Verringerung der Kapitalerträge um 100 Basispunkte (Basis: Veranlagungsergebnis 2025) würde das Ergebnis vor Steuern um rund 4,2 Millionen Euro verringern.

Das Credit-Spread-Risiko bezeichnet das Risiko von Preisveränderungen aktiv- und passivseitiger Bilanzposten aufgrund von Veränderungen der Kreditrisikoaufschläge oder deren Volatilität und wird für einzelne Wertpapiere in Abhängigkeit von deren Bonität (Rating) und Duration ermittelt. Bei der Veranlagung von Wertpapieren wird – unter Abwägung der Ertragschancen und Risiken – in Titel unterschiedlichster Bonität (Rating) investiert.

In der nachfolgenden Tabelle wird die Kreditqualität jener verzinslichen Wertpapiere, die weder überfällig noch wertberichtigt sind, anhand deren Ratings dargestellt.

Veranlagungsvolumen nach Ratings

Angaben in Tausend Euro

31.12.2025

31.12.2024

AAA

2.253.154

2.219.777

AA

3.618.681

3.842.957

A

4.570.838

4.281.830

BBB

1.905.159

1.868.284

BB

337.542

327.226

B

75.010

111.799

≤ CCC

103.655

106.639

Nicht geratet

639.537

722.317

Summe

13.503.578

13.480.828

Das Aktienrisiko ergibt sich aus Wertänderungen von Aktien und aktienähnlichen Anlagen aufgrund von Schwankungen der internationalen Aktienmärkte und entsteht damit insbesondere aus den Veranlagungsklassen „Beteiligungen und sonstige Anteile“ und „Aktien“. Die effektive Aktienquote wird über den selektiven Einsatz derivativer Finanzinstrumente zu Absicherungszwecken gesteuert.

Aktienindex

Angaben in Indexpunkten

EUR (EURO STOXX 50)

CZK (PX)

31.12.2025

31.12.2024

31.12.2025

31.12.2024

 

5.791,41

4.895,98

13,36

9,22

Aktienvolatilität

Angaben in Prozent

EUR

31.12.2025

31.12.2024

1 Jahr

16,75 %

15,90 %

5 Jahre

20,80 %

20,35 %

10 Jahre

23,81 %

22,99 %

Das Währungsrisiko entsteht durch Wechselkursschwankungen und deren Volatilität. Aufgrund des internationalen Versicherungsgeschäfts veranlagt UNIQA in Wertpapieren unterschiedlicher Währungen und folgt dabei dem Prinzip, eine währungskongruente Bedeckung der Verbindlichkeiten auf Deckungsstock- bzw. Gesellschaftsebene zu gewährleisten. Trotz des selektiven Einsatzes derivativer Finanzinstrumente zu Absicherungszwecken ist es nicht immer kosteneffizient möglich oder aus Veranlagungsgesichtspunkten zielführend, eine vollständige Währungskongruenz zwischen Aktiv- und Passivseite zu erreichen. Die folgenden Tabellen zeigen eine Aufschlüsselung der Vermögenswerte und Schulden nach Währungen.

Währungsrisiko

Angaben in Tausend Euro

31.12.2025

Vermögenswerte

Rückstellungen und Verbindlichkeiten

EUR

21.901.207

20.714.628

USD

534.549

111.368

CZK

1.871.046

1.159.448

HUF

393.971

630.028

PLN

3.454.552

2.672.887

RON

318.312

176.071

Sonstige

574.279

418.691

Summe

29.047.916

25.883.122

Währungsrisiko

Angaben in Tausend Euro

31.12.2024

Vermögenswerte

Rückstellungen und Verbindlichkeiten

EUR

21.932.132

20.587.100

USD

529.746

191.805

CZK

1.742.473

1.112.075

HUF

310.891

557.014

PLN

2.965.838

2.380.856

RON

294.645

166.802

Sonstige

756.380

595.026

Summe

28.532.105

25.590.677

Zur Messung und Steuerung des Markt- und Kreditrisikos und deren Komponenten werden neben den etablierten Markt- und Kreditrisikomodellen (MCEV, SCR u. ä.) insbesondere Stresstests und Sensitivitätsanalysen eingesetzt.

In den folgenden Tabellen werden die wichtigsten Marktrisiken in Form von Sensitivitätskennzahlen sowie deren Auswirkungen auf das Periodenergebnis und das Eigenkapital dargestellt. In Abhängigkeit vom anzuwendenden Bewertungsprinzip können etwaige zukünftige Verluste aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert zu unterschiedlichen Schwankungen im Periodenergebnis oder im sonstigen Ergebnis führen. Die Kennzahlen werden auf Basis finanzmathematischer Grundlagen theoretisch berechnet und berücksichtigen keine Diversifikationseffekte zwischen den einzelnen Marktrisiken bzw. keine gegensteuernden Maßnahmen, die in verschiedenen Marktszenarien getroffen werden können.

Die Sensitivitäten für sonstige Kapitalanlagen werden ermittelt, indem jedes Szenario für jede einzelne Position simuliert wird, wobei alle anderen Parameter jeweils konstant gehalten werden.

Finanzielle Vermögenswerte
Sensitivitätsanalyse – Markt- und Kreditrisiken

Angaben in Tausend Euro

31.12.2025

31.12.2024

Gewinn- und Verlustrechnung

Eigenkapital

Gewinn- und Verlustrechnung

Eigenkapital

Zinsänderung

+50 BP

–50 BP

+50 BP

–50 BP

+50 BP

–50 BP

+50 BP

–50 BP

 

–36.034

40.166

–520.456

569.457

–39.739

41.644

–558.321

619.269

Aktienkursänderung

+25 %

–25 %

+25 %

–25 %

+25 %

–25 %

+25 %

–25 %

 

476.122

–476.122

76.807

–76.807

375.048

–375.048

20.488

–20.488

Währungskursänderung – PLN

+10 %

–10 %

+10 %

–10 %

+10 %

–10 %

+10 %

–10 %

 

207.062

–207.062

35.276

–35.276

184.582

–185.452

133

–133

Währungskursänderung – CZK

+10 %

–10 %

+10 %

–10 %

+10 %

–10 %

+10 %

–10 %

 

75.262

–75.262

3.756

–3.756

71.616

–71.616

3.754

–3.754

Währungskursänderung – USD

+10 %

–10 %

 

 

+10 %

–10 %

 

 

 

18.412

–47.844

 

 

22.956

–56.577

 

 

Währungskursänderung – HUF

+10 %

–10 %

+10 %

–10 %

+10 %

–10 %

+10 %

–10 %

 

18.295

–18.295

9.186

–9.186

13.333

–13.333

102

–102

Credit-Spread-Risiko Staatsanleihen

+50 BP

–50 BP

+50 BP

–50 BP

+50 BP

–50 BP

+50 BP

–50 BP

 

–2.883

2.923

–423.562

468.016

–2.531

2.562

–444.707

499.937

Credit-Spread-Risiko Unternehmensanleihen

+50 BP

–50 BP

+50 BP

–50 BP

+50 BP

–50 BP

+50 BP

–50 BP

 

–31.848

34.156

–102.782

107.758

–38.512

40.962

–120.303

126.772

Referenzzinssätze inkl. Illiquiditätsanpassung

Angaben in Prozent

EUR (AT)

CZK (CZ)

HUF (HU)

PLN (PL)

31.12.2025

31.12.2024

31.12.2025

31.12.2024

31.12.2025

31.12.2024

31.12.2025

31.12.2024

1 Jahr

2,20 %

2,40 %

3,63 %

3,90 %

6,13 %

5,69 %

3,45 %

5,33 %

5 Jahre

2,60 %

2,30 %

3,97 %

3,79 %

6,46 %

6,37 %

4,57 %

5,86 %

10 Jahre

2,98 %

2,43 %

4,29 %

3,96 %

6,90 %

6,53 %

5,27 %

6,14 %

15 Jahre

3,23 %

2,49 %

4,47 %

4,06 %

7,23 %

6,90 %

5,35 %

5,96 %

20 Jahre

3,33 %

2,42 %

4,46 %

4,04 %

7,20 %

7,00 %

5,16 %

5,64 %

25 Jahre

3,37 %

2,45 %

4,35 %

3,98 %

6,91 %

6,79 %

4,94 %

5,32 %

Zinsrisiko

Angaben in Tausend Euro

31.12.2025

31.12.2024

Festverzinslich

Nicht festverzinslich

Gesamt

Festverzinslich

Nicht festverzinslich

Gesamt

Finanzinstrumente

 

 

 

 

 

 

Vermögenswerte

13.894.154

1.846.140

15.740.294

13.964.437

1.824.492

15.788.929

Summe

13.894.154

1.846.140

15.740.294

13.964.437

1.824.492

15.788.929

Swaption-Volatilitäten stellen ein Maß für die Volatilität von Zinsbewegungen dar, die für die Bewertung langfristiger Schulden relevant sind und in der nachstehenden Tabelle dargestellt werden.

Swaption-Volatilität

Angaben in Basispunkten

EUR

CZK

31.12.2025

31.12.2024

31.12.2025

31.12.2024

Ablauf 5/Laufzeit 5

67,67

77,66

81,03

124,37

Ablauf 5/Laufzeit 10

66,50

75,42

85,64

121,94

Ablauf 10/Laufzeit 5

68,90

73,92

89,15

118,49

Ablauf 10/Laufzeit 10

66,29

71,53

88,04

114,05

In der Nichtlebensversicherung wird die Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle auf Basis bereits gemeldeter Schadenfälle und unter Anwendung von anerkannten statistischen Methoden gebildet. Eine wesentliche Annahme dabei ist, dass die beobachteten Schadenmuster aus der Vergangenheit eine sinnvolle Extrapolation in die Zukunft erlauben. In Fällen, in denen diese Annahme verletzt ist, müssen zusätzliche Anpassungen getroffen werden.

Die Berechnung der Schadenrückstellungen ist aufgrund der Abwicklungsdauer der Schäden mit Unsicherheit verbunden. Zusätzlich zum normalen Zufallsrisiko gibt es auch andere Faktoren, die einen Einfluss auf die zukünftige Abwicklung der schon eingetreten Schadenfälle haben können. Insbesondere erwähnt sei der Reservierungsprozess für Gerichtsschäden im Bereich der Schaden- und Unfallversicherung. Für diese Schäden wird in der Regel eine Reserveschätzung auf Basis von Expertenwissen erstellt, die jedoch speziell bei Größtschäden zu Beginn der gerichtlichen Einbringung einer hohen Volatilität ausgesetzt sein kann.

Das partielle interne Modell in der Schaden- und Unfallversicherung stellt dabei ein geeignetes Instrument dar, um die Volatilität im Abwicklungsprozess zu quantifizieren. Nach Analyse dieser Modellergebnisse wurde ermittelt, dass eine Abweichung von 5 Prozent zur ermittelten Basisrückstellung ein realistisches Szenario darstellen kann. Auf Grundlage der aktuellen Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle von 4.684,0 Millionen Euro (ohne zuzügliche Reservebestandteile wie Rückstellung für Schadenregulierung) im Konzern auf Bruttobasis würde das einen um 234,0 Millionen Euro höheren Schadenaufwand bedeuten.

Liquiditätsrisiko

Um sicherzustellen, dass UNIQA den Zahlungsverpflichtungen innerhalb der nächsten zwölf Monate nachkommen kann, erfolgt eine laufende Liquiditätsplanung.

Zur Bedeckung von Verpflichtungen, deren Laufzeit zwölf Monate überschreitet, erfolgt eine möglichst fristenkongruente Veranlagung im Rahmen des ALM-Prozesses und der strategischen Vorgaben. Zudem ist ein Großteil des Wertpapierbestands auf liquiden Märkten börsennotiert und im Fall von Liquiditätsbelastungen kurzfristig und ohne signifikante Liquiditätsabschläge veräußerbar.

Finanzverbindlichkeiten
per 31.12.2025

Angaben in Tausend Euro

Anleihen­verbindlichkeiten

Derivative Finanzinstrumente

Leasing­verbindlichkeiten

Gesamt

Nominalbetrag

Kuponzahlung

Gesamt

Vertragliche Restlaufzeiten

2026

0

8.250

8.250

51

18.326

26.627

2027

0

8.250

8.250

0

17.405

25.655

2028

0

8.250

8.250

0

15.289

23.539

2029

0

8.250

8.250

0

12.964

21.214

2030

600.000

8.250

608.250

0

8.160

616.410

> 2031

0

0

0

0

16.345

16.345

Finanzverbindlichkeiten
per 31.12.2024

Angaben in Tausend Euro

Anleihen­verbindlichkeiten

Derivative Finanzinstrumente

Leasing­verbindlichkeiten

Gesamt

Nominalbetrag

Kuponzahlung

Gesamt

Vertragliche Restlaufzeiten

2025

0

8.250

8.250

12.721

15.483

36.455

2026

0

8.250

8.250

0

14.546

22.796

2027

0

8.250

8.250

0

13.133

21.383

2028

0

8.250

8.250

0

11.693

19.943

2029

0

8.250

8.250

0

11.737

19.987

> 2030

600.000

8.250

608.250

0

16.195

624.445

Nachrangige Verbindlichkeiten Vertragliche Restlaufzeiten
per 31.12.2025

Angaben in Tausend Euro

Nominalbetrag1)

Kuponzahlung

Gesamt

2026

326.300

28.484

354.784

2027

0

8.906

8.906

2028

0

8.906

8.906

2029

0

8.906

8.906

2030

0

8.906

8.906

> 2031

375.000

8.906

383.906

1)

Vertragliche Restlaufzeiten basierend auf dem ehestmöglichen Kündigungszeitpunkt

Nachrangige Verbindlichkeiten Vertragliche Restlaufzeiten
per 31.12.2024

Angaben in Tausend Euro

Nominalbetrag1)

Kuponzahlung

Gesamt

2025

200.000

34.984

234.984

2026

326.300

28.484

354.784

2027

0

8.906

8.906

2028

0

8.906

8.906

2029

0

8.906

8.906

> 2030

375.000

17.813

392.813

1)

Vertragliche Restlaufzeiten basierend auf dem ehestmöglichen Kündigungszeitpunkt

Konzentrationsrisiken

Ein Konzentrationsrisiko kann unter anderem durch die Übertragung von Versicherungsgeschäften auf einzelne Rückversicherungsgesellschaften in inadäquatem Umfang entstehen. Dies kann bei Zahlungsverzug (oder -ausfall) eines einzelnen Rückversicherungsunternehmens einen materiellen Einfluss auf das Ergebnis haben. Dieses Risiko wird durch ein internes Rückversicherungsunternehmen, das für die Auswahl externer Rückversicherungsparteien unter Berücksichtigung strenger Richtlinien zur Vermeidung materieller Konzentrationsrisiken verantwortlich ist, gesteuert.

Das Konzentrationsrisiko kann aber unter anderem auch aus der Zusammensetzung der aktivseitigen Bilanzpositionen entstehen. Im Zuge der Veranlagung wird laufend geprüft, ob die Investmentvolumina in Wertpapiere einzelner Emittent:innen gewisse, in Abhängigkeit von der jeweiligen Bonität definierte, Grenzwerte im Verhältnis zum Gesamtveranlagungsvolumen nicht überschreiten.

Versicherungstechnische Risiken

Die versicherungstechnischen Risiken werden in die Nichtlebensversicherung, Krankenversicherung und Lebensversicherung unterteilt.

Das versicherungstechnische Risiko der Nichtlebensversicherung beinhaltet die drei Kategorien Prämien-, Reserve- und Katastrophenrisiko.

Dabei definiert sich das Prämienrisiko als das Risiko, dass zukünftige Leistungen und Aufwendungen aus dem Versicherungsbetrieb höher sind als die dafür vereinnahmten Prämien. Solch ein Verlust kann im Versicherungsbetrieb auch von außergewöhnlich hohen, aber selten auftretenden Schadenereignissen hervorgerufen werden, sogenannten Groß- oder Größtschäden. Eine weitere Bedrohung durch Ereignisse mit niedriger Frequenz, aber hohen Verlusten stellen Naturkatastrophen dar. Dieses Risiko umfasst finanzielle Verluste, die durch Naturgefahren wie Flut, Sturm, Hagel oder Erdbeben hervorgerufen werden. Im Gegensatz zu einzelnen Großschäden spricht man in diesem Fall auch von einem Schadenkumul.

Das Reserverisiko beschreibt das Risiko, dass die gebildeten versicherungstechnischen Rückstellungen für bereits eingetretene Schadenfälle nicht ausreichend sind. Man spricht dann von einem Abwicklungsverlust. Die Schadenreserve wird unter Anwendung von aktuariellen Methoden berechnet. Externe Einflüsse, wie veränderte Schadenhöhen oder Frequenzen, Rechtsprechung, Reparatur- und Behandlungskosten, können zu einer Abweichung von der Schätzung führen.

Um diesen Risiken entgegenzuwirken und sie aktiv zu managen, laufen mehrere in den Versicherungsbetrieb integrierte Prozesse. So regelt zum Beispiel eine Konzernrichtlinie, dass Neuprodukte nur dann eingeführt werden dürfen, wenn sie gewisse Profitabilitätskriterien erfüllen. Durch spezielles Risikomanagement im Underwriting (vor allem im Corporate-Bereich) sowie Bereitstellung der entsprechenden Rückversicherungskapazität werden auch Großschäden und Naturkatastrophen entsprechend gemanagt.

Auch in der Schadenreservierung regelt eine Richtlinie, wie von den lokalen Einheiten bei der Bildung von IFRS-Schadenreserven vorzugehen ist. Ein quartalsweises Monitoring und ein interner Review-Prozess stellen die Qualität der Reservierung sicher.

Ein wesentliches Element in der Risikomessung und in weiterer Folge der Risikosteuerung stellt das Partialmodell Non-Life dar. Dieses Risikomodell quantifiziert mittels stochastischer Simulationen den Risikokapitalbedarf pro Risikoklasse auf Gesellschafts- und auch auf Gruppenebene.

Die Krankenversicherung wird zum überwiegenden Teil in Österreich betrieben. Folglich liegt auch der Schwerpunkt für das Risikomanagement in Österreich.

Die Krankenversicherung ist eine Schadenversicherung, die in ihren Rechengrundlagen biometrische Risiken berücksichtigt und in Österreich vorwiegend „nach Art der Lebensversicherung“ betrieben wird.

Die wesentlichen Risikominderungstechniken der Krankenversicherung sind die Anpassung von zukünftigen Gewinnbeteiligungen sowie die Prämienanpassung, die unter Einhaltung gesetzlicher und vertraglicher Rahmenbedingungen durchgeführt werden. Diese Maßnahmen sind essenziell für die zugrunde liegenden Risikomodelle und beinhalten detaillierte Angaben und Regelungen insbesondere in Bezug auf die Gewinnbeteiligung. Weiters sind auch hier in der Praxis klassische Risikominderungstechniken von Relevanz.

Diese umfassen für die Krankenversicherung:

  • die vorsichtige Festsetzung des Rechnungszinses auf einem Niveau, das in der Erwartung langfristig verdient werden kann;

  • eine Risikoselektion und somit eine gezielte Vorauswahl von Interessent:innen für Versicherungsprodukte, zum Beispiel durch Gesundheitschecks;

  • die sorgfältige Auswahl der Ausscheidewahrscheinlichkeiten (Tod und Storno), um ausreichende Prämien für die zu erwartenden Leistungen zu verrechnen;

  • die Berücksichtigung von Prämienanpassungsklauseln in verschiedenen Krankenversicherungsprodukten, um bei Veränderungen der Rechnungsgrundlagen die Prämien entsprechend den Veränderungen der Erwartungswerte anpassen zu können;

  • wo nötig, werden Rückversicherungslösungen für Teilbestände angewendet.

Neben diesen klassischen Risikominderungstechniken ist vor allem ein laufender Bestandsmanagementprozess etabliert. Dieser wird jährlich durchgeführt, indem die Notwendigkeiten von Tarifanpassungen ermittelt und bewertet werden. Die Wirksamkeit der für das Krankengeschäft beschriebenen Risikominderungstechniken wird mittels Gegenüberstellungen von rechnungsmäßigen und tatsächlichen Leistungen sowie mit Deckungsbeitragsrechnungen beurteilt.

In der Lebensversicherung wird das versicherungstechnische Risiko generell als das Risiko des Verlusts oder nachteiliger Entwicklungen betreffend den Wert von Versicherungsverbindlichkeiten definiert. Es unterteilt sich in die Kategorien Sterblichkeits-, Langlebigkeits-, Invaliditäts-, Storno-, Kosten-, Revisions- und Katastrophenrisiko.

Das Sterblichkeitsrisiko besteht aufgrund von möglichen Schwankungen betreffend die Sterblichkeitsraten, die auf einen Anstieg zurückzuführen sind und somit nachteilige Effekte auf die erwarteten Leistungen aus Risikoversicherungen haben.

Das Langlebigkeitsrisiko bezieht sich auf nachteilige Auswirkungen zufälliger Schwankungen betreffend die Sterblichkeitsraten, die auf einen Rückgang der Sterblichkeitsrate zurückzuführen sind. Das Versicherungsunternehmen ist dabei dem Risiko ausgesetzt, dass die erwartete Lebensdauer in der Kalkulation der Prämie in der Realität übertroffen und somit der Aufwand für Rentenzahlungen unterschätzt wird.

Das Invaliditätsrisiko wird durch mögliche nachteilige Schwankungen betreffend die Invaliditäts-, Krankheits- und Morbiditätsraten im Vergleich zum Zeitpunkt der Prämienberechnung verursacht.

Das Stornorisiko entsteht aufgrund von Schwankungen betreffend die Storno-, Kündigungs-, Verlängerungs-, Kapitalwahl- und Rückkaufsraten von Versicherungs-polizzen. Es kann als Unsicherheit in Bezug auf Kundenverhalten zusammengefasst werden.

Das Kostenrisiko bezieht sich auf nachteilige Auswirkungen aufgrund von Schwankungen betreffend die Verwaltungskosten von Versicherungs- und Rückversicherungsverträgen.

Das Revisionsrisiko ergibt sich aufgrund von Schwankungen betreffend die Revisionsraten für Rentenversicherungen, die auf Änderungen im Rechtsumfeld zurückzuführen sind.

Das Katastrophenrisiko ergibt sich aus einer signifikanten Ungewissheit in Bezug auf die Preisfestlegung und die Annahmen bei der Rückstellungsbildung für extreme/außergewöhnliche Ereignisse. Das relevanteste Risiko in diesem Zusammenhang besteht in einem unmittelbaren drastischen Anstieg von Sterblichkeitsraten: In diesem Fall könnten Todesfallleistungen im Risikobestand nicht vollkommen durch die vereinnahmte Risikoprämie finanziert werden.

Im Rahmen der Lebensversicherung sind die wesentlichen Risikominderungstechniken die Anpassung von zukünftigen Gewinnbeteiligungen bzw. eine entsprechende Prämienanpassung sowie der Abschluss von Rückversicherungen, die unter Einhaltung gesetzlicher und vertraglicher Rahmenbedingungen durchgeführt werden. Diese Maßnahmen sind essenziell für die zugrunde liegenden Risikomodelle und beinhalten detaillierte Angaben und Regelungen, insbesondere in Bezug auf die Gewinnbeteiligung. In der Praxis unterstützt profitables Neugeschäft die Risikotragfähigkeit des Altbestands, wobei sorgfältige Risikoselektion (z. B. Gesundheitschecks) und vorsichtig gewählte Rechnungsgrundlagen bei der Prämienberechnung wesentliche Eckpfeiler in der Produktgestaltung darstellen. Eingeschlossene Prämienanpassungsklauseln erhöhen das Risikominderungspotenzial, insbesondere für den Risiko- und den Berufsunfähigkeitsbestand.

Operationelles Risiko

Operationelle Risiken umfassen Verluste aufgrund ungenügender oder gescheiterter interner Prozesse sowie Verluste, die von Systemen, personellen Ressourcen oder externen Ereignissen verursacht werden.

Das operationelle Risiko beinhaltet das rechtliche Risiko, nicht aber das Reputations- und das strategische Risiko. Das rechtliche Risiko ist das Risiko aus einer Unsicherheit aufgrund von Klagen oder einer Unsicherheit in der Anwendbarkeit oder Auslegung von Verträgen, Gesetzen oder anderen Rechtsvorschriften. Rechtliche Risiken werden laufend überwacht und an den Vorstand berichtet. Im Rahmen des Risikomanagementprozesses wurde der Risikoprozess für operationelle Risiken in Bezug auf Methoden, Ablauf und Zuständigkeiten definiert. In allen Konzerngesellschaften ist ein:e Risikomanager:in für die Einhaltung zuständig.

Die Besonderheit der operationellen Risiken ist, dass diese in allen Prozessen und Abteilungen auftreten können. Daher werden die operationellen Risiken in jeder operativen Gesellschaft auf einer sehr breiten Ebene identifiziert und bewertet. Die Risikoidentifikation erfolgt mithilfe eines standardisierten Risikokatalogs, der regelmäßig auf Vollständigkeit überprüft wird.

UNIQA – als Finanzdienstleisterin – gehört laut internationalen Standards zur kritischen Infrastruktur mit wichtiger Bedeutung für das staatliche Gemeinwesen, bei deren Ausfall oder Beeinträchtigung erhebliche Störungen der öffentlichen Sicherheit oder andere dramatische Folgen eintreten würden.

Geeignete Verfahren und Prozesse zur Bewältigung von Notfällen, Krisen und Katastrophen wurden implementiert und stellen eine professionelle und effiziente Abwicklung sicher.

Durch die Implementierung eines Business-Continuity-Management-Systems werden die Themen Krisenvorsorge (Prävention), Krisenmanagement und Business Recovery (einschließlich Notfallplänen) berücksichtigt. Das BCM-Modell basiert auf internationalen Regeln und Standards und wird laufend weiterentwickelt.

Emerging Risk

Das Emerging Risk bezeichnet neu entstandene oder sich verändernde Risiken, die schwer zu quantifizieren sind und erhebliche Auswirkungen auf eine Organisation haben können. Zu den Haupttreibern der sich wandelnden Risikolandschaft zählen neue wirtschaftliche, technologische, gesellschaftspolitische und ökologische Entwicklungen sowie die zunehmenden gegenseitigen Abhängigkeiten zwischen ihnen, die zu einer zunehmenden Risikoakkumulation führen können. Darüber hinaus ist ein sich wandelndes Geschäftsumfeld – die Weiterentwicklung regulatorischer Regelungen, die gestiegenen Erwartungen der Stakeholder:innen und die Verschiebung der Risikowahrnehmung – zu berücksichtigen.

Reputationsrisiko

Das Reputationsrisiko bezeichnet das Verlustrisiko, das aufgrund einer möglichen Schädigung des Unternehmensrufs, einer Verschlechterung des Ansehens oder eines negativen Gesamteindrucks infolge negativer Wahrnehmung durch die Kund:innen, Geschäftspartner:innen, Aktionär:innen oder die Aufsichtsbehörde entsteht. Die Reputationsrisiken, die im Zuge der Kernprozesse wie zum Beispiel Schadenbearbeitung oder Beratungs- und Servicequalität auftreten, werden wie die operationellen Risiken in den Konzerngesellschaften identifiziert, bewertet und gesteuert.

Strategisches Risiko

Das strategische Risiko bezeichnet das Risiko, das aus Managemententscheidungen oder einer unzureichenden Umsetzung von Managemententscheidungen, die sich auf aktuelle/künftige Erträge oder die Solvabilität auswirken, resultiert. Es beinhaltet das Risiko, das aufgrund inadäquater Managemententscheidungen infolge der Nichtberücksichtigung eines geänderten Geschäftsumfelds entsteht. Die strategischen Risiken werden wie auch die operationellen und Reputationsrisiken laufend bewertet.

In der nachfolgenden Tabelle wird eine Sensitivitätsanalyse bei Änderung der wichtigsten versicherungstechnischen Risiken und Marktrisiken mit deren Auswirkung auf die Vermögenswerte sowie die versicherungstechnischen Rückstellungen nach Solvency II dargestellt. UNIQA hat ihre Managementprozesse entsprechend den Anforderungen aus Solvency II ausgerichtet und nutzt diese zur Steuerung.

Die Unterschiede zwischen den Berechnungen der Versicherungsverträge nach Solvency II und IFRS 17 ergeben sich im Wesentlichen aus Unterschieden im Umfang der berücksichtigten Kosten, abweichenden Vertragsgrenzen sowie unterschiedlich angewandten Diskontierungszinssätzen.

  • Gemäß IFRS 17 dürfen nur Kosten berücksichtigt werden, die direkt einem Versicherungsvertrag zugeordnet werden können. Unter Solvency II hingegen wird bei der Bewertung der versicherungstechnischen Verpflichtungen der Vollkostenansatz angewendet.

  • Beide Regelwerke beziehen Vertragslaufzeiten (Contract Boundaries) in die Modellierung der zukünftigen Zahlungsströme mit ein. Solvency II orientiert sich dabei vorrangig an der Risikoperspektive, während IFRS 17 den Versicherungsvertrag selbst in den Mittelpunkt stellt. Diese unterschiedlichen Ansätze wirken sich auch auf Zusatzversicherungen aus: nach IFRS 17 orientieren sich diese an der Hauptversicherungsdeckung, während Solvency II hier andere Maßstäbe setzt. Ein weiterer Unterschied zeigt sich bei passiven Rückversicherungsverträgen. Unter Solvency II richtet sich die Vertragslaufzeit nach dem Erstversicherungsvertrag, während IFRS 17 die vertraglichen Laufzeiten des Rückversicherungsvertrags berücksichtigt.

  • Hinsichtlich der Diskontierung der für die Laufzeit ermittelten Zahlungsströme gelten unter Solvency II streng regulatorisch vorgegebene Definitionen. Im Gegensatz dazu erfolgt die Ableitung des Zinssatzes und die Festlegung der Risikomarge nach IFRS 17 prinzipienorientiert und liegt im Ermessen des Unternehmens.

Trotz dieser Unterschiede betrachtet UNIQA die nach Solvency II ermittelten Risikosensitivitäten als eine geeignete Grundlage für die Bewertungen gemäß IFRS 17.

In der Schaden- und Unfallversicherung belaufen sich die versicherungstechnischen Rückstellungen gemäß Solvency II auf 4.424 Millionen Euro (2024: 4.188 Millionen Euro), in der Lebensversicherung auf 13.906 Millionen Euro (2024: 14.358 Millionen Euro).

Die dargestellten Veränderungen des Basiswerts sind jeweils isoliert zu betrachten. Dies bedeutet, dass verschiedene Sensitivitäten nicht addiert werden können, um eine kumulierte Veränderung des Basiswerts abzuleiten.

Sensitivitätsanalyse

Angaben in Tausend Euro

31.12.2025

31.12.2024

Auswirkungen auf Vermögenswerte

Auswirkungen auf Verbindlichkeiten

Auswirkungen auf Vermögenswerte

Auswirkungen auf Verbindlichkeiten

Versicherungs­technische Risiken

 

 

 

 

Schaden- und Unfallversicherung

 

 

 

 

Endschäden (+1 %)

 

44.201

 

42.633

Endschäden (–1 %)

 

–44.252

 

–42.681

Stornoraten (+10 %)

 

11.533

 

7.950

Stornoraten (–10 %)

 

–11.793

 

–8.113

Kranken- und Lebensversicherung1)

 

 

 

 

Sterblichkeitsraten (–5 %)

 

19.032

 

36.381

Kosten (+10 %)

 

283.487

 

291.581

Stornoraten (+10 %)

 

15.269

 

–63.185

Stornoraten (–10 %)

 

–12.691

 

83.499

Markt- und Kreditrisiken

 

 

 

 

Zinsänderung (+50 BP)

–588.865

–519.243

–625.097

–677.529

Zinsänderung (–50 BP)

643.484

640.732

689.327

809.091

Aktienkursänderung (+25 %)

1.700.968

1.040.995

1.351.340

666.255

Aktienkursänderung (–25 %)

–1.700.929

–1.031.283

–1.351.340

–673.055

Währungskursänderung (EUR +10 %)

411.060

180.881

386.481

174.041

Währungskursänderung (EUR –10 %)

–445.309

–180.881

–432.997

–174.041

Credit-Spread-Risiko Unternehmensanleihen (+50 BP)

–144.324

–81.318

–170.310

–112.872

Credit-Spread-Risiko Staatsanleihen (+50 BP)

–448.670

–225.766

–461.568

–235.533

1)

Zur Verbesserung der Aussagekraft wurden die zugrunde liegenden Annahmen der versicherungs­technischen Sensitivitäten der Krankenversicherung weiterentwickelt. Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst.

Duration
Die Duration bezeichnet die gewichtete durchschnittliche Laufzeit einer zinssensitiven Kapitalanlage oder eines Portfolios und ist ein Risikomaß für die Sensitivität von Kapitalanlagen bei Zinssatzänderungen.
Zum Glossar
Equity-Methode
Nach dieser Methode werden die Anteile an assoziierten Unternehmen bilanziert. Der Wertansatz entspricht grundsätzlich dem konzernanteiligen Eigenkapital dieser Unternehmen. Im Fall von Anteilen an Unternehmen, die selbst einen Konzernabschluss aufstellen, wird jeweils deren Konzerneigenkapital entsprechend angesetzt. Im Rahmen der laufenden Bewertung ist dieser Wertansatz um die anteiligen Eigenkapitalveränderungen fortzuschreiben; die anteiligen Jahresergebnisse werden dabei dem Konzernergebnis zugerechnet.
Zum Glossar
Gewinnbeteiligung
In der Lebens- und Krankenversicherung sind die Versicherungsnehmer aufgrund gesetzlicher und vertraglicher Vorgaben an den erwirtschafteten Überschüssen des Unternehmens angemessen zu beteiligen. Die Höhe dieser Gewinnbeteiligung wird jährlich neu festgelegt.
Zum Glossar
IFRS
„International Financial Reporting Standards“ (internationale Grundsätze der Finanzberichterstattung). Seit 2002 gilt die Bezeichnung IFRS für das Gesamtkonzept der vom International Accounting Standards Board verabschiedeten Standards. Bereits zuvor verabschiedete Standards werden weiter als International Accounting Standards (IAS) zitiert.
Zum Glossar
Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungs­fälle/Liability for Incurred Claims (LIC)
Reserve für eingetretene aber noch nicht bezahlte Schäden
Zum Glossar
SCR
Bezeichnet die Solvenzkapitalanforderung (Solvency Capital Requirement) eines Versicherungs- oder Rückversicherungsunternehmens und ist so kalibriert, dass alle quantifizierbaren Risiken (u. a. Marktrisiko, Kreditrisiko, lebensversicherungstechnisches Risiko) verlässlich berücksichtigt sind. Sie deckt sowohl die laufende Geschäftstätigkeit als auch das in den folgenden zwölf Monaten erwartete neue Geschäft ab.
Zum Glossar
Solvabilität
Eigenmittelausstattung eines Versicherungsunternehmens
Zum Glossar
Solvency II
Richtlinie der Europäischen Union zu Publikationspflichten sowie Solvabilitätsvorschriften für die Eigenmittelausstattung von Versicherungsunternehmen
Zum Glossar
Stresstest
Bei Stresstests handelt es sich um eine spezielle Form der Szenarioanalyse. Ziel ist es, eine quantitative Aussage über das Verlustpotenzial von Portfolios bei extremen Marktschwankungen treffen zu können.
Zum Glossar