Brief des CEO

Das Leadership-Team von UNIQA im April 2025 am International Institute for Management Development in Lausanne
Das Leadership-Team von UNIQA im April 2025 am International Institute for Management Development in Lausanne
Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

wir sind ein Team von rund 15.000 Kolleg:innen, die in 14 europäischen Märkten – von der Schweiz und Liechtenstein im Westen bis zur bewundernswerten Ukraine im Osten – für mehr als 18 Millionen Kund:innen als Dienstleister:innen arbeiten. Allein im Jahr 2025 haben sich rund 1.900 neue Kolleg:innen entschieden, ihre berufliche Laufbahn bei UNIQA zu beginnen oder von einem anderen Arbeitgeber zu uns zu wechseln. Wir freuen uns darüber sehr und gratulieren ihnen gleichzeitig herzlich, denn sie haben sich unter 80.000 Bewerber:innen durchgesetzt. Der Engagement Index unserer Mitarbeitenden ist mit 4,1 Sternen (von 5 möglichen) ebenso hoch wie der Zufriedenheitsindex, der gleichfalls bei 4,1 (von 5) Sternen liegt.

Diese Attraktivität unserer Marke als Arbeitgeberin strahlt auf die Zufriedenheit unserer Kund:innen mit unseren Produkten und Services aus, die gruppenweit auf dem hohen Wert von 4,6 Sternen (von 5) liegt. All dies resultiert letztlich in einem um rund 17 Prozent gestiegenen Ergebnis vor Steuern von 516 Millionen Euro (442 Millionen Euro im Vorjahr).

Drei besonders positive Faktoren möchte ich dabei hervorheben:

  1. Das Wachstum unserer verrechneten Prämien von 8,2 Prozent, davon 5 Prozent in Österreich und 10 Prozent in unseren internationalen Märkten;

  2. das um 27 Prozent auf 711 Millionen Euro deutlich verbesserte versicherungstechnische Ergebnis (560 Millionen Euro im Vorjahr);

  3. das stabile Finanzergebnis von 209 Millionen Euro und hier besonders den Anstieg des Kapitalanlageergebnisses um 50 Millionen Euro auf knapp 800 Millionen Euro. Unsere Kapitalanlagen erzielen eine durchschnittliche Verzinsung von 3,2 Prozent (2,9 Prozent per Ende 2024). Dabei haben wir im Jahr 2025 rund 1,9 Milliarden Euro zu einer auf 4,5 Prozent leicht gestiegenen Rendite neu veranlagt.

Wir liegen mit diesem Ergebnis jenseits der im August 2025 prognostizierten, bereits angehobenen Bandbreite von 490 bis 510 Millionen Euro. Und auch unsere relevanten Kennziffern haben sich gegenüber dem Vorjahr nochmals verbessert: die Combined Ratio (netto) auf 91,7 Prozent, die Kostenquote auf 15,3 Prozent und die operative Contractual Service Margin Sustainability Ratio auf 81,1 Prozent.

Bei einer Steuerquote von 18 Prozent, die um etwa 2 Prozentpunkte unter dem langjährigen Durchschnitt liegt, beläuft sich unser Nettoertrag auf 425 Millionen Euro (348 Millionen Euro im Vorjahr), was ein Wachstum der Earnings per Share (EPS) von rund 22 Prozent auf 1,38 Euro (1,13 Euro im Vorjahr) sowie einen Return on Equity von 14,3 Prozent bedeutet. Die regulatorische Solvenzquote steigt gegenüber dem Jahresende 2024 um 11 Prozentpunkte auf 275 Prozent.

„Die Attraktivität unserer Marke als Arbeitgeberin strahlt auf die Zufriedenheit unserer Kund:innen mit unseren Produkten und Services aus.“

Wir freuen uns deshalb, der Hauptversammlung am 9. Juni eine um 20 Prozent gesteigerte Dividende von 72 Cent pro Aktie vorschlagen zu dürfen (60 Cent im Vorjahr). Dieser Betrag entspricht einer Ausschüttungsquote von 52 Prozent und liegt innerhalb des Ihnen versprochenen Zielbands von 50 bis 60 Prozent.

Wie ist dieses erfreuliche Geschäftsjahr 2025 einzuordnen?

2025 war das erste Jahr unseres Strategieprogramms „UNIQA 3.0 – Growing Impact“, das bis 2028 läuft.

Zunächst freut uns die Bestätigung, dass unser gemeinsames Unternehmen breit diversifiziert ist – zu erkennen etwa an den gut verteilten Ergebnisbeiträgen vor Steuern des operativen österreichischen Geschäfts von 236 Millionen Euro (bereits abzüglich der Dividenden aus den internationalen Gesellschaften), des internationalen Segments in der Höhe von 246 Millionen Euro und der Rückversicherung von 142 Millionen Euro.

„Die Robustheit unseres Geschäfts hat es uns im Verlauf des Jahres ermöglicht, unsere Ziele nach oben zu revidieren.“

Auch unsere Produktgruppen spiegeln in ihren Ergebnissen vor Steuern diese Diversität wider – 264 Millionen Euro stammen aus der Schaden- und Unfallversicherung, die mit einem Prämienvolumen von rund 5,1 Milliarden Euro und einer exzellenten Combined Ratio (netto) von 91,7 Prozent im unwetterarmen Jahr 2025 für rund 60 Prozent unseres Portfolios steht. 252 Millionen Euro trägt die Personenversicherung bei, also die Lebens- und Krankenversicherung, deren Prämienvolumen von etwa 3,3 Milliarden Euro 40 Prozent unseres gesamten Geschäftsvolumens ausmacht. Unsere Contractual Service Margin (CSM), also die Summe der von uns über die Vertragslaufzeiten erwarteten Gewinne, stieg um 11 Prozent auf rund 5,8 Milliarden Euro, während sich gleichzeitig die operative CSM Sustainability Ratio wie erwähnt auf 81,1 Prozent verbessert hat (77,9 Prozent im Vorjahr).

Dass Standard & Poor´s unsere Ratings im November 2025 angehoben hat – jene für die UNIQA Österreich Versicherungen AG, für unsere Rückversicherungsgesellschaft UNIQA Re AG in Zürich sowie für unsere polnische Tochtergesellschaft auf A+ sowie jenes für die UNIQA Insurance Group AG auf A– freut uns sehr und ist eine sichtbare Anerkennung unserer Arbeit der letzten Jahre.

Zum anderen haben wir im Verlauf des Jahres 2025 die Erkenntnis gewonnen, dass es uns die Robustheit unseres Geschäfts ermöglicht, unsere Ziele nach oben zu revidieren. Wir arbeiten mit viel Energie und Gestaltungswillen konsequent daran, den Schwung aus dem ersten Jahr von „UNIQA 3.0 – Growing Impact“ für die Jahre 2026 bis 2028 mitzunehmen und wollen …

  1. unsere verrechneten Prämien durchschnittlich nicht um 5, sondern um 6 Prozent pro Jahr steigern;

  2. die Combined Ratio (netto) konstant nicht nur unter 94, sondern unter 93 Prozent halten;

  3. einen nachhaltigen Return on Equity nicht nur von mindestens 12, sondern von mindestens 13 Prozent erwirtschaften sowie

  4. das Ergebnis je Aktie (Earnings per Share, EPS) durchschnittlich nicht um mindestens 6, sondern jährlich um mindestens 7 Prozent steigern.

Und dies unverändert bei einer Solvenzquote, die nicht unter 180 Prozent liegen wird und die es uns erlaubt, der Hauptversammlung bei einer unverändert attraktiven Payout Ratio von 50 bis 60 Prozent eine jährlich steigende Dividende pro Aktie vorzuschlagen.

Für das bereits laufende Geschäftsjahr, also für 2026, erwarten wir ein steigendes Ergebnis vor Steuern in der Bandbreite von 540 bis 570 Millionen Euro. Wir rechnen – neben Volatilitäten auf dem Kapitalmarkt als Konsequenz geopolitischer Unsicherheiten und Spannungen – mit einem verlangsamten Wachstum der Versicherungsmärkte in Zentral- und Osteuropa, einem stärkeren Wettbewerb im Corporate-Geschäft und auch wieder mit höheren Belastungen aus Naturkatastrophen als im Jahr 2025.

Hohes Potenzial sehen wir mittelfristig in der fokussierten Nutzung von künstlicher Intelligenz, die im Alltag unserer aktuellen und künftigen Kund:innen sehr rasch eine nicht mehr wegzudenkende Funktion einnehmen wird. Sie wird auch die Art des Kaufs von Versicherungen revolutionieren und uns zusätzliche Opportunitäten für Wachstum ermöglichen.

„Wir arbeiten weiterhin mit viel Freude, Konsequenz und Optimismus an der erfolgreichen Weiterentwicklung unserer gemeinsamen Unternehmensgruppe.“

Wachstum kommt mittelfristig auch aus dem Geschäftsfeld Gesundheit. Unter dem Markennamen Mavie bieten wir unsere Dienstleistungen rund um betriebliche Gesundheitsvorsorge, medizinisches Concierge-Service, personalisierte Gesundheitsdiagnostik, Telemedizin und Arbeitsmedizin bereits mehr als 1.000 Unternehmenskund:innen in zehn Ländern an – um acht mehr als noch vor einem Jahr. Hinzu kommen noch die Dienstleistungen unserer Klinikgruppe Mavie Med mit Häusern in Wien, Graz, Salzburg und Wörgl, die in der Bundeshauptstadt gerade 265 Millionen Euro investiert, sowie jene von cura domo, Österreichs größter privater Agentur für 24/7-Betreuung zu Hause.

Sehr geehrte Damen und Herren, wir danken Ihnen auch heuer wieder im Namen aller Mitarbeiter:innen herzlich für Ihr Vertrauen in und Ihr Interesse an UNIQA! Wir versprechen Ihnen, trotz aller geopolitischen Instabilitäten und wachsender Belastungen aus dem medial leider in den Hintergrund getretenen, aber ungebremst voranschreitenden Klimawandel mit viel Freude, Konsequenz und Optimismus an der erfolgreichen Weiterentwicklung unserer gemeinsamen Unternehmensgruppe zu arbeiten – mit dem Rückenwind der mit Abstand stärksten Versicherungsmarke Österreichs und der Kraft einer leistungsorientierten Gemeinschaft von knapp 15.000 Mitarbeiter:innen!

Mit freundlichen Grüßen, ihr Andreas Brandstetter

Andreas Brandstetter
im Namen des Vorstandsteams

Vertragliche Service­marge/Contractual Service Margin (CSM)
Die vertragliche Servicemarge stellt den zukünftig erwarteten Gewinn dar, den ein Versicherer für die Erbringung künftiger Versicherungsdienstleistungen für eine bestimmte Gruppe von Versicherungsverträgen verbuchen wird.
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