Glossar
A
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Allgemeines Bewertungsmodell/General Measurement Model (GMM)
Allgemeines Bewertungsmodell unter IFRS 17, welches grundsätzlich anzuwenden ist, wenn nicht das Prämienallokationsmodell oder der variable Gebührenansatz anzuwenden sind.
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Asset-Liability-Management
Managementkonzept, bei dem Entscheidungen in Bezug auf Unternehmensaktiva und -passiva aufeinander abgestimmt werden. Dabei werden in einem kontinuierlichen Prozess Strategien zu den Aktiva und Passiva formuliert, umgesetzt, überwacht und revidiert, um bei vorgegebenen Risikotoleranzen und Beschränkungen die finanziellen Ziele zu erreichen.
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Assoziierte Unternehmen
Assoziierte Unternehmen sind alle Unternehmen, bei denen UNIQA einen maßgeblichen Einfluss, jedoch keine Beherrschung oder gemeinschaftliche Führung in Bezug auf die Finanz- und Geschäftspolitik ausübt. Dies liegt in der Regel vor, sobald ein Stimmrechtsanteil zwischen 20 und 50 Prozent besteht oder über vertragliche Regelungen rechtlich oder faktisch ein vergleichbarer maßgeblicher Einfluss gewährleistet ist.
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Aufwendungen für Versicherungsleistungen/Insurance Service Expenses
Die Aufwendungen für Versicherungsleistungen spiegeln die Ausgaben für die in der Periode erbrachten Dienstleistungen (die den Versicherungseinnahmen entsprechen) sowie die Verluste aus Gruppen von belastenden Verträgen und die anschließende Umkehrung solcher Verluste und Änderungen wider.
B
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Best Estimate
dt. „bester Schätzwert“. Dieser bezeichnet den wahrscheinlichkeitsgewichteten Durchschnitt künftiger Zahlungsströme unter Berücksichtigung ihres erwarteten Barwerts und unter Anwendung der maßgeblichen risikofreien Zinskurve.
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Biodiversität oder biologische Vielfalt
Variabilität unter lebenden Organismen jeglicher Herkunft, darunter unter anderem Land-, Süßwasser-, Meeres- und sonstige aquatische Ökosysteme und die ökologischen Komplexe, zu denen sie gehören.
C
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CO2-Fußabdruck (Carbon Footprint)
Treibhausgasemissionskennzahl des Investmentportfolios, welche die Scope-1- und Scope-2-Treibhausgasemissionen der Unternehmen, in die investiert ist, pro investierter Million Euro bewertet und somit die tatsächliche Exposition des Unternehmens zu finanzierten Treibhausgasemissionen widerspiegelt.
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Corporate Governance
Corporate Governance bezeichnet den rechtlichen und faktischen Rahmen für die Leitung und Überwachung von Unternehmen. Corporate-Governance-Regelungen dienen der Transparenz und stärken damit das Vertrauen in eine verantwortliche, auf Wertschöpfung gerichtete Unternehmensleitung und -kontrolle.
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Customer Centricity Index (CCI Index)
Der CCI ist ein operatives Analyseinstrument, das die Kundenzentrierung auf Basis von Kundenbefragungen messbar und vergleichbar macht.
D
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Deckungsrückstellung/Liability for Remaining Coverage (LRC)
Technische Rückstellung unter IFRS 17 für die Verpflichtung, zukünftige Leistungen aus dem zum Stichtag bestehenden Geschäft zu erbringen.
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Direkt zuordenbare Kosten/Directly attributable expenses
Direkt zuordenbare Kosten sind Ausgaben, die einem bestimmten Versicherungsvertrag eindeutig zugeordnet werden können. Beispiele sind Vertriebsprovisionen und Verwaltungskosten für diesen Vertrag.
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Doppelte Wesentlichkeit (Double Materiality)
Doppelte Wesentlichkeit beschreibt den Ansatz, Nachhaltigkeitsthemen aus zwei Perspektiven zu bewerten: Einerseits danach, wie stark sie die finanzielle Lage, Ertragskraft oder das Risikoprofil eines Unternehmens beeinflussen, und andererseits danach, welche Auswirkungen die Geschäftstätigkeit des Unternehmens auf Umwelt und Gesellschaft hat. Nur Themen, die aus mindestens einer dieser Perspektiven wesentlich sind, werden berichtet.
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Duration
Die Duration bezeichnet die gewichtete durchschnittliche Laufzeit einer zinssensitiven Kapitalanlage oder eines Portfolios und ist ein Risikomaß für die Sensitivität von Kapitalanlagen bei Zinssatzänderungen.
E
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Equity-Methode
Nach dieser Methode werden die Anteile an assoziierten Unternehmen bilanziert. Der Wertansatz entspricht grundsätzlich dem konzernanteiligen Eigenkapital dieser Unternehmen. Im Fall von Anteilen an Unternehmen, die selbst einen Konzernabschluss aufstellen, wird jeweils deren Konzerneigenkapital entsprechend angesetzt. Im Rahmen der laufenden Bewertung ist dieser Wertansatz um die anteiligen Eigenkapitalveränderungen fortzuschreiben; die anteiligen Jahresergebnisse werden dabei dem Konzernergebnis zugerechnet.
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EU-Taxonomie
Die EU‑Taxonomie ist ein von der Europäischen Union eingeführtes Klassifikationssystem, das festlegt, welche wirtschaftlichen Aktivitäten als ökologisch nachhaltig gelten. Sie dient Anlegern als Orientierungshilfe, um zu beurteilen, inwieweit Unternehmen tatsächlich zur Erreichung von Umweltzielen wie Klimaschutz oder Anpassung an den Klimawandel beitragen.
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European Sustainability Reporting Standards (ESRS) & Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD)
Die Europäischen Standards für Nachhaltigkeitsberichterstattung (ESRS) sind Teil der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und dienen der einheitlichen und vergleichbaren Offenlegung von ESG-Daten durch Unternehmen in der EU. Ziel ist es, Transparenz über Nachhaltigkeitspraktiken zu schaffen und eine bessere Bewertung durch Investoren und Stakeholder zu ermöglichen.
F
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Fossiler Brennstoff
Nicht erneuerbare kohlenstoffhaltige Energiequellen wie feste Brennstoffe, Erdgas und Erdöl.
G
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Gender Pay Gap
Der Gender Pay Gap wird als Differenz des durchschnittlichen Gehaltsniveaus zwischen weiblichen und männlichen Mitarbeitenden definiert, ausgedrückt als Prozentsatz des durchschnittlichen Gehaltsniveaus der männlichen Mitarbeiter auf Basis des Bruttostundenverdienstes inklusive variabler Bezüge, Sozialleistungen und sonstiger geldwerter Vorteile wie Dienstwagen, Versicherungen oder Pensionszusagen. Reisekostenrückerstattungen, Dienstgeberabgaben sowie Spesenersatz werden nicht berücksichtigt.
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Gewichtete durchschnittliche Treibhausgasemissionsintensität (WACI)
Treibhausgasemissionskennzahl des Investmentportfolios welche die Treibhausgasemissionen der Portfoliounternehmen im Verhältnis zu ihrem Umsatz misst und damit die CO2e-Effizienz ihrer Geschäftstätigkeit angibt.
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Gewinnbeteiligung
In der Lebens- und Krankenversicherung sind die Versicherungsnehmer aufgrund gesetzlicher und vertraglicher Vorgaben an den erwirtschafteten Überschüssen des Unternehmens angemessen zu beteiligen. Die Höhe dieser Gewinnbeteiligung wird jährlich neu festgelegt.
H
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Harmonized C-SAT
Der„Harmonized C-SAT“ steht für harmonisierte Kundenzufriedenheit (Customer Satisfaction) und bezeichnet eine international einheitlich erhobene Kennzahl zur Messung der Kundenzufriedenheit, die auf einer Fünf- Sterne-Skala basiert.
I
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IAS
„International Accounting Standards“ (internationale Rechnungslegungsvorschriften)
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IFRS
„International Financial Reporting Standards“ (internationale Grundsätze der Finanzberichterstattung). Seit 2002 gilt die Bezeichnung IFRS für das Gesamtkonzept der vom International Accounting Standards Board verabschiedeten Standards. Bereits zuvor verabschiedete Standards werden weiter als International Accounting Standards (IAS) zitiert.
K
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Kapitalklassen (Tiers)
Einstufung der Basiseigenmittelbestandteile anhand der Eigenmittelliste gemäß den in der Durchführungsverordnung (EU) genannten Kriterien in Tier 1, Tier 2 oder Tier 3. Ist ein Basiseigenmittelbestandteil nicht in dieser Liste enthalten, ist eine Einordnung selbst zu beurteilen und einzustufen.
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Klimaresilienz
Die Fähigkeit eines Unternehmens, sich an den Klimawandel und an Entwicklungen oder Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Klimawandel anzupassen. Klimaresilienz umfasst die Fähigkeit, klimabezogene Risiken zu bewältigen und klimabezogene Chancen zu nutzen, einschließlich der Fähigkeit, auf Übergangsrisiken und physische Risiken zu reagieren und sich daran anzupassen.
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Klimaschutz
Im Sinne der CSRD-Richtlinie wird unter dem Begriff Klimaschutz der Prozess der Verringerung der Treibhausgasemissionen und der Begrenzung des Anstiegs der globalen Durchschnittstemperatur auf 1,5 °C über dem vorindustriellen Niveau im Einklang mit dem Übereinkommen von Paris verstanden.
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Kohlendioxidäquivalent (CO2-Äquivalent, CO2e)
Universelle Maßeinheit zur Angabe des Erderwärmungspotenzials (Global Warming Potential, GWP) jedes Treibhausgases, ausgedrückt als das GWP einer Einheit von Kohlendioxid. Die Maßeinheit wird verwendet, um die Freisetzung (oder Vermeidung der Freisetzung) verschiedener Treibhausgase auf einer gemeinsamen Grundlage zu bewerten.
M
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Mindestkapitalanforderung/Minimum Capital Requirement (MCR)
Bezeichnet ein Mindestmaß an Sicherheit, das die anrechenbaren Basiseigenmittel nicht unterschreiten sollten. Die MCR wird durch eine Formel in Relation zur Solvency Capital Requirement berechnet.
N
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Net Promoter Score
Der Net Promoter Score ist ein Wert, der zur grundsätzlichen Weiterempfehlungsbereitschaft von UNIQA erhoben wird, um ein Gesamtbild zur Weiterempfehlungsbereitschaft von UNIQA Kund:innen zu erhalten.
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Net‑zero (Netto‑Null‑Emissionen)
Netto-Null-Emissionen werden dabei einerseits als die bestmögliche Reduktion der operativen Treibhausgasemissionen (Scope 1, 2 und 3) auf null oder auf ein Restniveau, das mit dem Erreichen von Netto-Null-Emissionen auf globaler oder sektoraler Ebene in entsprechenden Szenarien oder Sektorpfaden im Rahmen der Ziele des Übereinkommens von Paris vereinbar ist, und andererseits als die Neutralisierung aller Restemissionen zum Netto-Null-Zieljahr und aller danach in die Atmosphäre freigesetzten Treibhausgasemissionen definiert.
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Neubewertungsrücklage
Nicht realisierte Gewinne und Verluste, die aus der Differenz zwischen dem beizulegenden Zeitwert und den fortgeführten Anschaffungskosten resultieren, werden nach Abzug latenter Steuern erfolgsneutral direkt im Eigenkapital in den Positionen „Bewertung von Eigenkapital- und Schuldinstrumenten“, „Neubewertungen aus leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen“ sowie Bewertung von Versicherungs- und Rückversicherungsverträgen“ erfasst.
O
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ORSA (Own Risk and Solvency Assessment)
Unternehmenseigener und vorausschauender Risiko- und Solvabilitätsbeurteilungsprozess. Er ist ein integrierender Bestandteil der Unternehmensstrategie sowie des Planungsprozesses – gleichzeitig aber auch des gesamthaften Risikomanagementkonzepts.
P
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(Partielles) internes Modell
Internes und auf Anordnung der FMA von einem Versicherungs- oder Rückversicherungsunternehmen selbst entwickeltes Modell zur Berechnung der Solvenzkapitalanforderung oder relevanter Risikomodule (partiell).
R
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Retrozession
Retrozession bedeutet die Rückversicherung des in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäfts und wird von professionellen Rückversicherungsunternehmen sowie in der aktiven Rückversicherung anderer Versicherungsunternehmen als risikopolitisches Instrument eingesetzt.
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Risikoappetit
Bezeichnet das bewusste Eingehen von und den Umgang mit Risiken innerhalb der Risikotragfähigkeit.
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Risikolimit
Das Risikolimit begrenzt die Höhe des Risikos bzw. sorgt dafür, dass mit vorgegebener Wahrscheinlichkeit eine bestimmte Verlusthöhe bzw. eine bestimmte negative Abweichung vom Planwert (geschätzte Performance) nicht überschritten wird.
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Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle/Liability for Incurred Claims (LIC)
Reserve für eingetretene aber noch nicht bezahlte Schäden
S
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SCR
Bezeichnet die Solvenzkapitalanforderung (Solvency Capital Requirement) eines Versicherungs- oder Rückversicherungsunternehmens und ist so kalibriert, dass alle quantifizierbaren Risiken (u. a. Marktrisiko, Kreditrisiko, lebensversicherungstechnisches Risiko) verlässlich berücksichtigt sind. Sie deckt sowohl die laufende Geschäftstätigkeit als auch das in den folgenden zwölf Monaten erwartete neue Geschäft ab.
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Solvabilität
Eigenmittelausstattung eines Versicherungsunternehmens
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Solvency II
Richtlinie der Europäischen Union zu Publikationspflichten sowie Solvabilitätsvorschriften für die Eigenmittelausstattung von Versicherungsunternehmen
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Stresstest
Bei Stresstests handelt es sich um eine spezielle Form der Szenarioanalyse. Ziel ist es, eine quantitative Aussage über das Verlustpotenzial von Portfolios bei extremen Marktschwankungen treffen zu können.
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Sustainable Investments
Investitionen, die zur Anpassung an den Klimawandel beitragen, indem unter anderem in grüne Anleihen und Infrastrukturprojekte mit Fokus auf erneuerbare Energien investiert wird. Durch Sustainable Investments werden Emittent:innen finanziert, die zur Treibhausgasemissionsreduktion oder zu sozialen Projekten beitragen. Diese lassen sich in die Kategorien Green, Social und Sustainability Bonds, SFDR Artikel-9-Fonds sowie nachhaltige Infrastrukturprojekte und Technologien untergliedern.
T
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Treibhausgasemissionen – direkte und indirekte
Treibhausgasemissionen werden in direkte (Scope-1) und indirekte (Scope-2 und Scope-3) unterteilt. Scope-1 Emissionen sind Emissionen aus Quellen, die sich im Eigentum oder unter der Kontrolle des Unternehmens befinden. Indirekte Emissionen sind Treibhausgasemissionen, die infolge der Aktivitäten eines Unternehmens entstehen, aber an Quellen verursacht werden, die sich nicht im Eigentum oder unter der Kontrolle des Unternehmens befinden. Scope-2 Emissionen sind Emissionen aus der Erzeugung von erworbener/m oder erhaltener/m Elektrizität, Dampf, Wärme oder Kühlung, die/den das Unternehmen verbraucht. Scope-3 Emissionen sind alle (nicht unter Scope 2 fallenden) indirekten Treibhausgasemissionen, die in der Wertschöpfungskette des berichtenden Unternehmens auftreten – sowohl vor- als auch nachgelagerte Emissionen.
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Treibhausgasemissionen
Emissionen von Treibhausgasen in die Erdatmosphäre, die Wärme absorbieren und wieder abstrahlen können – dadurch den sogenannten Treibhauseffekt verstärken und damit zur globalen Erwärmung beitragen. Zu Treibhausgasen gehören Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Distickstoffoxid (N2O), Schwefelhexafluorid (SF6), Stickstofftrifluorid (NF3), Fluorkohlenwasserstoffe (FKW, HFKW) und perfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFC).
V
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Value at Risk
Methode zur Risikoquantifizierung. Dabei errechnet man den Erwartungswert eines Verlusts, der bei einer ungünstigen Marktentwicklung mit einer vorgegebenen Wahrscheinlichkeit innerhalb eines definierten Zeitraums auftreten kann.
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Variabler Gebührenansatz/Variable Fee Approach (VFA)
Der variable Gebührenansatz wurde eingeführt, um den Besonderheiten von Versicherungsverträgen mit direkter Gewinnbeteiligung Rechnung zu tragen. Dieser wird vor allem für Geschäft mit Gewinnbeteiligung in der Kranken- und der Lebensversicherung angewendet.
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Versicherungserträge/Insurance Revenue
Die Versicherungserträge spiegeln den um den Zeitwert des Geldes und Kapitalanlagekomponenten bereinigten Teil des gesamten erhaltenen Entgelts wider, der den in der Periode erbrachten Versicherungsleistungen zugewiesen wird, die durch die Verringerung der Deckungsrückstellung der Periode bedingt sind.
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Versicherungstechnisches Ergebnis/Insurance Service Result
Das versicherungstechnische Ergebnis ist die Differenz zwischen den Versicherungserträgen und den versicherungstechnischen Aufwendungen (beispielsweise. Leistungen, direkt zuordenbare Kosten), und zeigt an, ob das Versicherungsgeschäft operativ profitabel ist.
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Vertragliche Servicemarge/Contractual Service Margin (CSM)
Die vertragliche Servicemarge stellt den zukünftig erwarteten Gewinn dar, den ein Versicherer für die Erbringung künftiger Versicherungsdienstleistungen für eine bestimmte Gruppe von Versicherungsverträgen verbuchen wird.